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Weinbau in Ehrenkirchen

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Die Geschichte unserer Gemeinde ist verbunden mit dem Weinbau.

Ehrenkirchen gehört mit seinen Ortsteilen zum Weinbaubereich Markgräflerland. Dieses reicht vom Grenzacher Horn sowie von Weil am Rhein im Süden bis nach Ebringen kurz vor die Tore Freiburgs im Norden und umfasst die Vorbergzone zwischen Rheinebene und Schwarzwald.

Schon die alten Römer wussten sich die Sonne und die Lage des Markgräflerlands zunutze zu machen. Auf ihrem Weg über die Alpen brachten sie Reben mit und pflanzten sie an den unzähligen grünen Hängen im südlichen Baden. Damit haben sie die Region nachhaltig geprägt, denn seither ist der Wein hier nicht mehr wegzudenken.

Die Markgräfler Winzer machen sich seit Jahrtausenden das optimale Klima und die Böden der Region zu Nutze. Auf ca 3.000 ha erstrecken sich die Weinberge des Markgräflerlandes.

Seit 1717 gab es die Zunft der Küfer, die im Gebäude des alten Rathauses (Eigentum Wein- und Vertriebsgesellschaft + Bezirkskellerei), einstmals Gasthaus "zum Hirschen" von 13 Küfermeister gegründet wurde.

Das Tonnengewölbe, besser bekannt unter dem Namen „Lazarus von Schwendi Keller“, unter diesem ehemaligen Gast-, Zunft- und Rathaus, das vor Jahren von Winzern eigenhändig sehr vorteilhaft renoviert wurde, könnte jedoch angesichts seiner Konstruktion noch weitaus älter sein.

Bevor 1951 die Winzergenossenschaft Kirchhofen und 1952 die Winzergenossenschaft in Ehrenstetten gebaut wurde, um den Winzern die Verarbeitung und den Vertrieb abzunehmen, damit man im Markgräflerland konkurrenzfähig blieb, vermarkteten die Winzer selbst ihre Weine.

„Der Weinhändler oder auch manche Gastwirte von außerhalb kamen zu uns, gingen in den Weinkeller und probierten an den einzelnen Holzfässern. Entsprach der Inhalt dem Geschmack des Händlers, kaufte er den Inhalt des gesamten Fasses und zog von dannen.“

So wurde z. B. der Wein noch in den Jahren nach 1945 gehandelt.

„Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich im badischen Weinbau eine revolutionäre Entwicklung vollzogen. Im Zusammenspiel  mit einer wirtschaftlich notwendigen Rebflurbereinigung wurde gleichzeitig eine konsequente, qualitätsorientierte Sortenbereinigung  durchgeführt. Massenträger wie Elbling und Räuschling, die weite Teile des alten badischen Anbaus bestockten, wurden ausgemerzt und durch qualitativ hochwertige, für die einzelnen Standorte speziell ausgesuchte Rebsorten ersetzt“ (Badische Weinbaufibel, Schön / Lemperle)

Wie die ersten Jahre der Winzergenossenschaften aussahen, wie Missernten und Schädlinge die Arbeit der Winzer und Winzerinnen beeinträchtigten erfahren wir teilweise durch den Zeitungsartikel:

„Nach harten Jahren stetige Aufwärtsentwicklung“ – so lautete die Überschrift zum 50.ten Geburtstag der Winzergenossenschaft Kirchhofen.

Ein Super 8 Film mit dem Titel „Das Winzerjahr“, gedreht vom damaligen Ratschreiber Albert Ruh, Anfang der 70iger Jahre, zeigt uns alte und damals neue Methoden zur Arbeit im Weinberg.

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Ende Juli im Jahre 2004 zerstörte ein Hagel so gut wie die gesamte Ernte, an den Rebstöcken war nur noch der Stamm zuerkennen.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist außerdem so groß gewesen, dass immer mehr Winzer ihre Reben im Nebenerwerb bewirtschafteten. Nur noch wenige Vollerwerbswinzer gibt es in den Orten Kirchhofen und Ehrenstetten, so blieb es nicht aus, dass über eine gemeinsame Vermarktung diskutiert wurde.

„Es ist eine historische Chance“ – „ Einigung auf Augenhöhe“ so  konnte man der regionalen Presse im Mai 2005 entnehmen, als sich die Winzergenossenschaft Kirchhofen und der Ehrenstetter Winzerkeller zum Weinkeller Ehrenkirchen zusammenschlossen.

Die positiven Schlagzeilen haben sich leider nicht halten können und so gibt es knapp 5 Jahre später die Fusion mit Efringen – Kirchen.

Aber nach wie vor wird investiert „Lange Weinbautradition im Blick“ und wie in allen Jahren zuvor werden mit unseren Weinen am Ölberg, Kirchberg und Batzenberg Preise eingefahren, auf die Winzer und Winzerinnen stolz sein können.

Ein Ehrenstetter Ölberg landet bei der
Mondial du Chasselas in Aigle ganz vorne (2013)

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Einige Weingüter  haben sich behauptet, neue wurden gegründet. Ihre  Namen bürgen für Qualität und manche Preise konnten verbucht werden:

      Weingut Heinemann in Scherzingen
      Weingut Kunz in Offnadingen
      Weingut Herbster in Kirchhofen
      Weingut Jähnisch in Kirchhofen
      Weingut Stehlin in Ehrenstetten

Nicht zuletzt verhelfen die Rebstöcke und die gepflegten kleinen Winzerdörfer der Landschaft zu ihrem Idyll fernab von großstädtischer Hektik.

Bis heute ist Weinbau immer noch mit Handarbeit verbunden, die viel Ruhe und vor allem Geduld erfordert.

Himmelsstäpfele Ölberg Ehrenkirchen

Alte Rebanlagen werden mit viel Liebe und Engagement bearbeitet und erhalten, z. B. das Himmelsstäpfele am Ehrenstetter Ölberg durch eine ehrenamtlich tätige Gruppe im Arbeitskreises Ortsgeschichte Ehrenkirchen.

Der moderne Weinbau ist auch geprägt durch moderne Maschinen, die die Arbeit erleichtern.

„Der Vollernter ist auf dem Vormarsch“ – „Ernte in vollem Gang“ Überschriften der regionalen Presse im Oktober 2012.

Auf der folgenden Seite stellen wir Ihnen die auf unserer Gemarkung
angebauten Traubensorten vor.

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