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Gebrüder Dorner

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Gebrüder Dorner

    Josef Dorner   (* 1731 Ehrenstetten - 1773 Ehrenstetten)

    Johann Jakob Dorner d. Ä. (* 1741 Ehrenstetten -  1813 München)

    Fridolin Dorner   (* 1746 Ehrenstetten - nach 1776?)

Alle drei Söhne des Martin Dorner, Vogt des Kirchspiels Kirchhofen, waren Bildhauer und Maler.

Josef  Dorner  hinterließ 1772 der Nachwelt das Epithaph über dem Hauptportal der Kirchhofener Kirche zum Gedenken an seine Eltern Martin Dorner und Anna Schemmer.

 

 

Von Fridolin Dorner gibt es kaum Lebensspuren. Vermutet wird, dass er seine Ausbildung bei seinem Bruder in München erhielt, da er seinen Bruder auch auf seine Reise in die Niederlande begleitete.

Im Benediktinerstift in St. Paul (Kärnten)  gibt es ein Porträt des Malers Johann Jakob Dorner, gemalt von Fridolin, seinem jüngeren Bruder.  Außerdem wird vermutet, dass er die  Bilder über den Beichtstühlen der Kirchhofener Kirche gemalt hat.

 

Gebr. Dorner

Johann Jakob Dorner d. Ä., wird in der Kunst immer als Johann Jakob Dorner der Ältere bezeichnet, da  sein Sohn mit gleichem Namen, ebenso in die Fußstapfen seines Vaters trat und Künstler wurde.
Er wird
Johann Jakob der Jüngere (1775 – 1852) genannt, damit es keine Verwechslungen gibt.

„Nicht weniger bedeutend wurde der Sohn unseres Barockmalers, der als Landschaftsmaler große Erfolge feierte. Er hatte Glück, 1802 auf Kosten des bayrischen Königs durch die Schweiz nach Frankreich reisen zu dürfen. 1803 kehrte er nach München zurück, dabei den Weg über den Breisgau wählend. Eine „Ansicht des Rheintals bei Freiburg im Breisgau“ kam als Erinnerung in die königliche Galerie Münchens; sie zeugt wohl auch von einem Besuch in der Heimat des Vaters. Daß außerdem in einem Zimmer des Schlosses von March-Neuershausen noch drei Landschaftsgemälde (Ansichten Freiburgs, der Burg Zähringen und des Höllentals) von Joh.Jakob Dorner d. J. aus dem Jahre 1803 hängen, ist andererseits kaum bekannt “ 1

Zurück zum Vater, Johann Jakob Dorner d. Ä.
Den Unterricht in der Kunst erhielt er zuerst in Freiburg, ab 1759 dann in Augsburg. Er bereiste mit seinem älteren Bruder, dem Bildhauer
Joseph Dorner Oberitalien, ging dann später nach München. Er wurde 1762 zum Hofmaler.
1765 wurde er provisorisch und nach einer Reise über Düsseldorf nach den Niederlanden (1766 - 1770) endgültig zum Gallerieinspector  der Münchener Akademie ernannt.
1777 wurde er von
Kurfürst Karl Theodor nach Einrichtung der Galerie im Hofgarten unter Weizenfeld’s Directorium zum Vicedirector befördert.

 

„Im ersten Jahr der Akademie setzte sich das Arbeiten und Lernen der Künstler so fort, wie es in privatem Kreis begonnen hatte. Es wurde nach dem Akt gezeichnet und modelliert. Noch gab es keine Schüler, sondern nur gleichberechtigte Mitglieder der Zeichenschule. Jeder konnte jeden korrigieren und etwas zum Unterricht beitragen, hatte sich doch jedes Mitglied an verschiedenen Orten unterschiedliche Kenntnisse und Fertigkeiten angeeignet. So waren z.B. Johann Jakob (1741-1813) und Fridolin Dorner (geb. 1746) in Italien und den Niederlanden gewesen (Antwerpen, Den Haag)“.2

„1783 wurde in der Hofgartengalerie München erstmals ein Sommerkurs veranstaltet der akademische Unterricht fand ja üblicherweise im Winter statt. Jakob Dorner d. Ä. leitete den Kurs. Nach seiner Anleitung zeichneten und kopierten junge Künstler nach dort ausgestellten Gemälden. Als Malerrestaurator war Dorner bestens mit alten Maltechniken vertraut und konnte diese Kenntnisse bestens weitervermitteln. Vom erzieherischen Sinn des Kopierens überzeugt, setzte er sich auch dafür ein, dass 1780/81 die über den nördlichen Arkaden des Hofgartens erbaute Hofgartengalerie zur "Ausbildung der Kunstschüler" ein Kopierzimmer erhielt.“ 3

„Eine wesentliche Bereicherung der Künstlerausbildung ging wiederum auf Johann Jakob Dorner d. Ä zurück: Am 4. November 1788, zum Namenstag des Kurfürsten, wurde im Kopierraum der Hofgartengalerie die erste Kunstausstellung eröffnet. 31 junge Künstler, davon acht zwischen 8 und 18 Jahren, zeigten hier ihre Werke.“ 4
Einer der jungen Künstler war auch der Sohn von Jakob Dorner d. Ä, der 13-jährige Johann Jakob Dorner d. J.

Die Kunstausstellung wurde zur ständigen Einrichtung  und  oft war es Johann Jakob Dorner d. Ä., der die Initiative ergriff und seinem Kurfürsten neue Überlegungen unterbreitete. Im Januar 1790 schlug er ihm vor, Wettbewerbe mit Preisgeldern einzuführen.

Schon im Juli 1790 wurden auf Anordnung des Kurfürsten die Teilnahmebedingungen festgelegt. Jährlich Preisaufgaben sollten gestellt werden und außerdem sollten sie öffentlich ausgeschrieben werden.

Jakob Dorner d. Ä. hat viele Werke hinterlassen z. B:

-1788 gemaltes Altarbild – „den Abschied der Apostel  Petrus und Paulus“ - in der Pfarrkirche Waldkirchen (Oberpfalz)

-1796 Die Darstellung auf dem Hochaltar in der Stiftspfarrkirche in Altötting ,

-1776 seine  für uns wichtigsten Werke:

Landschaft Ehrenstetten

Bildtitel:  Landschaft bei Ehrenstetten
Standort: Bayer. Staatsgemäldesammlungen 5

Selbstbildnis Dorner

Bildtitel: Selbstbildnis mit Frau und Kind
Standort: Bayer. Staatsgemäldesammlungen  6

Und zum Schluss ein Bild von Johann Jakob Dorner d. Ä.

Der Guckkasten, 1771, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek

Guckkasten1

Dieses Bild  wurde ein ganzes Jahr lang 2011 – 2012 in Peking (China) bei der Ausstellung
„Die Kunst der Aufklärung“
ausgestellt.

 

Die Ausstellungskooperation der drei großen deutschen Museumsverbünde in Berlin, Dresden und München mit dem National Museum of China in Peking ist der glanzvolle Höhepunkt des im Jahr 2005 angeregten Programmszum deutsch-chinesischen Kulturaustausch.

 

Die Kunst der Aufklärung, Peking

1 Brommer, Hermann: Barockkünstler aus Ehrenkirchen. In: Zum 400.Todestag des Lazarus von Schwendi und zum 350.Jahrestag des Todes der 300 Bauern von Kirchhofen, Ehrenstetten und Pfaffenweiler. Hrsg. Gemeinde Ehrenkirchen, Mai 1983  S. 87-94.

2 Meine – Schawe, Monika: „…alles zu leisten, was man in Kunstsachen nur verlangen kann“. Die Münchener Akademie der bildenden Künste vor 1808. Kopieren in der Galerie. Erstpublikation in: Oberbayerisches Archiv, Bd128 (2004), S.125 – 181. meine-schave_akademie pdf S.10.

3 ebend. S.20

4 ebend. S.22

 5 http://www.artothek.de/artothek/images/results.cfm?language=1&phoNo=1

 6 http://www.artothek.de/artothek/images/results.cfm?language=1&phoNo=1
 

Verfasst von Erika M. Braun und Charlotte Eckmann