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BZ 18.09.2013

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  Am 18. September berichtete die Badische Zeitung ausführlich über unseren Ölbergtag.
  Hier ist der Bericht, den Gabriele Hennicke verfasst hat.

Ein steiler Weg in die Wolken

Restaurierung des Himmelsstäpfeles beim Ölbergtag gefeiert.

EHRENKIRCHEN. Einen Naturerlebnistag auf der Aussichtskanzel des südlichen Breisgaus versprach das Programm des ersten Ölbergtags – und es war nicht zu viel versprochen worden: Eine prächtige Fernsicht bot sich den Besuchern vom Ölberg aus und es warteten einige Erlebnisse. Wie gut, dass sich die Veranstalter entschlossen hatten, den Tag trotz eher schlechter Wetterprognose zu begehen. So gab es für Jung und Alt viel zu erfahren und zu erleben.

"Mit dem Ölbergtag wollen wir die Akteure zusammenbringen, die am Ölberg ehrenamtlich tätig sind und zeigen, was sie alles leisten", sagte Thomas Coch, Geschäftsführer der Ferienregion Münstertal-Staufen, zu der auch Ehrenkirchen gehört. "Mit enormem Engagement, viel Sachverstand und Liebe widmen sie sich der Erhaltung und Pflege dieses Kleinods", meinte er weiter. Die gelobten Akteure, das sind Winzer, Trockenmauerbauer, Steintreppenleger, Pflanzen- und Naturfreunde, Ur- und Frühgeschichtler und noch manche mehr. Zusammengefunden haben sie sich im Arbeitskreis Ortsgeschichte Ehrenkirchen, in der BUND-Bezirksgruppe Schönberg, dem Ökumenischen Bildungswerk Ehrenkirchen, dem Referat Naturschutz des Regierungspräsidiums und der Ferienregion Staufen-Münstertal.

Zu den Steinzeithöhlen und zum Ringwald

Nach einem Familiengottesdienst in der Ehrenstetter Kirche ging es hinauf auf den Berg zum Festplatz am Feldahorn. Dort gab es Speis’ und Trank und von dort aus starteten auch die geführten Rundgänge zu den Ölberg-Attraktionen. Norbert Legelli vom Bildungswerk führte zu den Steinzeithöhlen in der Ostflanke des Ölbergs, die in einen mächtigen Kalkfelsen, der die Teufelsküche genannt wird, zu finden sind. Franz Hiesl von der Wanderfreunden lud zur Tour de Oelberg, einer geführten Wanderung rund um den Ölberg, ein. Eine weitere Runde, ebenfalls von Norbert Legelli geführt, ging zum rätselhaften Ringwald an der Ölberspitze.

Die Attraktion des Tages aber war das nun komplett fertig restaurierte Himmelsstäpfele. Seit 1995 schon arbeiten die Freiwilligen vom Arbeitskreis Ortsgeschichte an der Freilegung und Restaurierung der steilen Treppe aus Kalksandstein, die mit ihren etwa 70 Stufen steil hinauf auf den Ölberg führt. "Wenn man unten steht, meint man, sie führt in den Himmel, daher der Name", erklärt Josef Glatz vom Arbeitskreis Ortsgeschichte.

Den unteren Teil des Himmelsstäpfeles hatten die Helfer samt der dazugehörigen Trockenmauern schon vor einigen Jahren freigelegt und restauriert. Am nebenstehenden Weinberg wachsen alte Rebenstöcke unterschiedlicher Sorten. "Die haben wir auch freigelegt und kaputte Stöcke ersetzt", berichtet Glatz, "zuletzt hat die Gruppe den oberen Teil des Stäpfeles samt Trockenmauer erneuert. Die Trockenmauer war völlig überwuchert und die Stufen waren Betonteile." Ganz oben, am Ende des Himmelsstäpfeles, lädt ein breiter Kalkstein zum Hinsetzen ein. "Diesen Platz haben wir den Kirchhofern gewidmet, denn von hier aus haben sie einen wunderschönen Blick auf Kirchhofen", sagt der 63-Jährige.

Für den Arbeitskreis gibt es noch viel zu tun am Ölberg: Wegen der Steilheit des Ölbergs werden viele Rebanlagen schon lange nicht mehr bewirtschaftet und sie sind inzwischen völlig überwuchert. Als nächstes möchte die Gruppe einen Bereich unterhalb der Ölberkapelle angehen. Dort sind sogar noch Drahtanlagen vorhanden, die das Freischneiden besonders schwierig machen.

Die BUND-Ortsgruppe Schönberg hat schon 1985 damit begonnen aufgelassene, verwilderte Rebflächen am östlichen Ölberg zu kaufen, zu roden und zu pflegen. "Inzwischen unterstützt uns das Landratsamt bei dieser Arbeit", berichtet Frank Baum vom BUND. "Hier gibt es wirklich eine Tier- und Pflanzenwelt, die ihresgleichen sucht", schwärmt der Experte und verweist auf das riesige Vorkommen des Purpurknabenkrautes, auf weitere seltene Orchideenarten und die sehr seltene Zaunammer.

Mit einem Abstieg über das Himmelsstäpfele ins Himmelreich nach Ehrenstetten und dort in den Weinkeller von Bernhard Stehlin im Wentzingerhaus endet ein abwechslungsreicher Tag am Ölberg.

 

Himmelsstäpfele

Weil es aussieht, als führe die Treppe in die Wolken, haben diese Stufen am Ölberg den Namen Himmelsstäpfele. Die Treppe wurde in jahrelanger Arbeit von Ehrenamtlichen freigelegt und restauriert. 
Foto: Gabriele Hennicke

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