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Beschreibung Schächerkapelle

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Die Schächerkapelle in Ehrenkirchen  ( im Ortsteil Ehrenstetten )

Die  Schächerkapelle neben dem Rathaus von Ehrenkirchen, befindet sich auf einer ebenen Rasenfläche unter drei hohen Bäumen. Die Bäume stehen jeweils an deren rechter, linker und P1000633_Bildgröße ändern_Bildgröße ändernrückwärtiger Seite. Auf dem mit Wegen ausgestatteten Vorplatz der Kapelle lädt eine im Kreis angeordnete Sitzgruppe mit drei hölzernen runden Bänken die Vorübergehenden zum Verweilen ein. An der Vorderseite der Kapelle, die einmal offen gewesen sein könnte, wurde nach ihrer Restaurierung, am steinernen Türbogen eine Glasfront mit Türe angebracht, die den Blick ins Innere der Kapelle freigibt. Rechts neben der Glasfront findet sich ein Hinweis auf die Entstehungszeit, "um 1700“. Ein schmiedeeiserner Ständer mit einer Kerze steht seitlich rechts vor dem mit Blumen geschmückten kleinen Altar. Das gesamte Deckengewölbe ist farbig bemalt. Im Inneren der Kapelle ist über dem Altar eine Kreuzigungsgruppe angebracht. Jeweils seitlich an den Wänden stehen rechts und links in Großbuchstaben die Bibelzitate:

JESUS GEDENKE MEINER, WENN DU IN DEIN REICH KOMMST; Lk:, 23, 42 und

WAHRLICH, ICH SAGE DIR: HEUTE NOCH WIRST DU MIT MIR IM PARADIESE
SEIN; Lk 23,43.

Der Begriff "Schächer", der heute nicht mehr in unserem alltäglichen Sprachgebrauch verwendet wird, hat die  Bedeutung: „Räuber“, „Mörder“ und leitet sich ab von

    "mhd schāchære, schāch , ahd. scāhhari, scāh = Raub1" (...)."In der christlichen Tradition werden seit Luthers Bibelübersetzung insbesondere die beiden Männer so bezeichnet, die zusammen mit Jesus von Nazaret gekreuzigt wurden. (…).“2

Zum Wortfeld gehört der Begriff "Schächerkreuz" mit folgender Bedeutung:

    "(...) ein wie ein großes Y gebildetes Kreuz, weil die mit Christo hingerichteten Schächer an ein solches sollen seyn gehenket worden; das Gabelkreuz. Andere belegen das Andreas-Kreuz, welches einem X gleicht, mit diesem Nahmen.3"

Charakteristisch für Schächerkapellen ist die Kreuzigungsgruppe. Außerdem waren solche meist kleinen Kapellen häufig nach vorne hin offen. Sie konnten einer Richtstätte benachbart gewesen sein.

Die Schächerkapelle in Ehrenstetten wird als Herkunftsort bis 1914 für eine hölzerne Skulptur, "Hl. Anna Selbdritt", genannt. Aufschluss über kunsthistorische Zusammenhänge mit Text und Abbildung sind auf der Internetseite des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte, "bildindex der Kunst und Architektur" zu finden. Dort ist zu lesen:

      "Hl. Anna Selbdritt

      Hans Weiditz (1) (Werkstatt?), Bildhauer

      Faktischer Entstehungsort: Freiburg im Breisgau?, um 1515? Quelle: am Objekt erschlossen

      Statue, Sakralraumskulptur, Rundplastik (Rückseite ausgehöhlt), Laubholz, Höhe: 104 cm, Breite: 131 cm, Tiefe: 32 cm.  Unterste Fassung (vermutlich barock) freigelegt.

      Freiburg im Breisgau, Städtische Museen, Augustinermuseum, Inventar-Nr. S 32/8, Zugang: Leihgabe, 1932, Freiburg im Breisgau, private Sammlung, Neukloster Adelhausen, Schlagwort: Oberrhein

      Herkunftsort?: Ehrenstetten, Kirche, Pfarrkirche
      Herkunftsort: Ehrenstetten, Kapelle, Schächerkapelle, bis 1914

      Ikonographie (Iconclass)
      Literatur: Zinke, Bildwerke Augustinermuseum, 1995 S. 108 ff.; Abb. 54; Kat. Nr.: 54

      Kunsthistorisches Institut der Universität Freiburg,
      Aufnahme-Nr. fb000165;

      fb000165

      Objekt 15425054 (Kunsthistorisches Institut der Universität Freiburg)".

 1   Quelle: Duden online
 2   http://de.wikipedia.org/wiki/Schächer.
 3  Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart.

Copyright: Erika M. Braun
15. 01. 2013

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